Halbinsel Formentor auf Mallorca: Der komplette Reiseführer für Entdeckungen zu Land und auf dem Meer
Die Halbinsel Formentor ist eine rund 18 Kilometer lange Landzunge im Norden Mallorcas, die weit ins Mittelmeer hineinragt und die Bucht von Pollença vom offenen Meer trennt. Sie ist bekannt für ihre spektakulären Steilküsten, einige der meistfotografierten Landschaften im Norden der Insel, mehrere unberührte Buchten, die nur zu Fuß oder vom Meer aus erreichbar sind, sowie den Leuchtturm von Formentor, der seit dem 19. Jahrhundert in Betrieb ist.
Vor allem im Juli und August ist die Anreise mit dem Auto oft schwierig, da seit dem 15. Mai Zufahrtsbeschränkungen gelten. Ist die Straße gesperrt oder herrscht hohes Verkehrsaufkommen, empfiehlt sich die Anreise über das Meer – nicht nur wegen der einfacheren Erreichbarkeit. Unsere Bootstour nach Formentor und Cap de Formentor führt entlang der beeindruckenden Steilküste an der Nordseite der Halbinsel, vorbei am Leuchtturm und bis zum Strand von Formentor, wo ein etwa einstündiger Badestopp eingelegt wird. Erst vom Wasser aus wird die beeindruckende Höhe der Steilküsten richtig sichtbar. Die unberührten Buchten zeigen sich aus einer einzigartigen Perspektive, und auch der Leuchtturm entfaltet seine besondere Wirkung erst vom Meer aus.
Lage
Wichtige Informationen auf einen Blick
| Offizieller Name | Halbinsel Formentor |
| Gemeinde | Pollença |
| Typ | Halbinsel |
| Höchster Punkt | 434 m (El Pal) / 384 m (Puig Fumat) |
| Länge | ca. 18 km |
| Anreise über die Straße | Zufahrt für Privatfahrzeuge vom 15. Mai bis 15. Oktober zwischen 10:00 und 22:00 Uhr eingeschränkt |
| Anreise über das Meer | Uneingeschränkt; Ankern auf Sandgrund oder an den Bojenfeldern (Formentor) |
| Naturschutz | Serra de Tramuntana (UNESCO-Welterbe); Natura-2000-Gebiet |
| Bekanntester Ort | Leuchtturm von Formentor |
| Empfohlene Anreise | Mit dem Boot (ohne Einschränkungen) oder in der Saison mit dem Bus 334 |
Anreise und Erkundung der Halbinsel
Über die Straße
Während der Saison: mit dem Bus 334 ab Port de Pollença oder Alcúdia oder mit dem Auto vor 10 Uhr anreisen.
Außerhalb der Saison: mit dem Auto über die Ma-2210. Die Straße ist schmal und kurvenreich, daher empfiehlt sich eine angepasste Fahrweise.
Wanderwege: Vom Mirador des Colomer führt eine asphaltierte Straße hinauf zur Talaia d’Albercutx, einem ehemaligen Wachturm aus dem 16. Jahrhundert auf 380 Metern Höhe. Von hier aus bieten sich beeindruckende Ausblicke auf die Buchten von Pollença und Alcúdia sowie auf die Serra de Tramuntana.
Vom Parkplatz am Strand von Formentor beginnen Wanderwege nach Cala Murta und Cala Figuera (ca. 1 Stunde 30 Minuten) sowie nach Cala en Gossalba (ca. 2 Stunden). Die Wege führen durch Pinienwälder und Steineichenhaine. Erfahrene Wanderer können außerdem den Puig Fumat (384 m) oder Na Blanca über Bergwanderwege erreichen. Wanderkarten und Informationen zu den verschiedenen Schwierigkeitsgraden erhalten Sie in der Touristeninformation von Port de Pollença.
Über das Meer
Unsere Bootstour nach Formentor und Cap de Formentor startet im Hafen von Alcúdia, führt entlang des Cap Pinar und anschließend an der Nordküste der Halbinsel entlang, bevor sie in die Bucht von Pollença einfährt.
Während der Fahrt erleben Sie die bis zu 300 Meter hohen Steilküsten der Nordseite aus nächster Nähe. Außerdem sehen Sie den Leuchtturm von Formentor aus einer Perspektive, die nur vom Meer aus möglich ist, sowie die unberührten Buchten Cala Murta und Cala en Gossalba.
Die Tour erreicht den Strand von Formentor, wo ein etwa einstündiger Badestopp eingelegt wird. Je nach Seegang kann zusätzlich ein Badestopp in einer der geschützten Buchten innerhalb der Bucht von Pollença stattfinden.
Private Bootstouren ermöglichen es, mehr Zeit in einzelnen Buchten zu verbringen und die Route an die Wetterbedingungen sowie an die Wünsche der Gruppe anzupassen.
Das Ankern ist auf Sandgrund erlaubt. Vor dem Strand von Formentor befindet sich außerdem ein Feld mit rund 70 umweltfreundlichen Bojen, das von Ports IB verwaltet wird (Kontakt über UKW-Kanal 77).
Lohnt sich ein Besuch?
Ja. Die Halbinsel Formentor gehört zu den bekanntesten Naturattraktionen Mallorcas. Auch wenn die Anreise mit dem Auto im Sommer etwas Planung erfordert, lohnt sich ein Besuch in jedem Fall.
Mit dem Boot gibt es keinerlei Zufahrtsbeschränkungen. Sie erreichen den Strand von Formentor, entdecken die unberührten Buchten Cala Murta und Cala en Gossalba vom Wasser aus und erleben den Leuchtturm von Formentor aus einer Perspektive, die vom Land aus nicht möglich ist.
Wer in der Hauptsaison mit dem Auto anreist, sollte möglichst vor 9 Uhr oder nach 22 Uhr unterwegs sein oder den Bus 334 ab Port de Pollença nutzen. In der Nebensaison (November bis Mai) ist die Straße frei befahrbar und die Halbinsel deutlich ruhiger.
Weniger geeignet ist ein Besuch lediglich, wenn Sie den Leuchtturm von innen besichtigen möchten – er ist nicht für Besucher geöffnet – oder wenn Sie im August ohne vorherige Planung einen Strand mit umfassender Infrastruktur suchen.
Geografie und Landschaft
Die Halbinsel besteht überwiegend aus mesozoischem Kalkstein, der ihre markanten Bergrücken und Steilküsten geformt hat. An der Nordseite fallen die Felswände bis zu 300 Meter steil zum Menorca-Kanal ab. Die Südseite ist deutlich sanfter und wird von kleinen Buchten sowie dem Strand von Formentor geprägt.
Der höchste Punkt der Halbinsel ist der El Pal (434 m), ein geschützter Bereich ohne öffentlichen Zugang. Der Puig Fumat (384 m) kann dagegen über einen Wanderweg erreicht werden.
Die Ma-2210 verläuft entlang des Hauptkamms der Halbinsel und schlängelt sich zwischen Bergen und Steilküsten hindurch. Mehrere Aussichtspunkte entlang der Strecke bieten beeindruckende Panoramablicke auf die Bucht von Pollença, die Bucht von Alcúdia, die Serra de Tramuntana und die Nordküste Mallorcas.
Die Vegetation wird von Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis) geprägt. Daneben wachsen wilde Olivenbäume, Schilf und mediterrane Garrigue. Das Formentor-Veilchen (Viola jaubertiana) ist eine endemische Pflanzenart, die ausschließlich auf dieser Halbinsel vorkommt.
Natur und Tierwelt
Die Halbinsel Formentor gehört zu den besten Orten an der Nordküste Mallorcas, um Seevögel und Greifvögel zu beobachten – besonders während der Vogelzugzeiten.
Vögel
Der Eleonorenfalke (Falco eleonorae) ist die Vogelart, die am engsten mit der Halbinsel verbunden wird. An den Steilküsten der Nordseite befindet sich eine bedeutende Brutkolonie. Die Brutzeit dauert von August bis Oktober. Dass sie mit dem Zug kleiner Singvögel nach Afrika zusammenfällt, ist kein Zufall, denn diese bilden in dieser Zeit seine wichtigste Nahrungsquelle. Häufig ist der Eleonorenfalke über den Klippen oder bei der Jagd über dem Meer zu beobachten.
Der Balearensturmtaucher (Puffinus mauretanicus) fliegt dicht über die Wasseroberfläche und lässt sich bei Bootstouren entlang der Nordküste regelmäßig beobachten. Weltweit gibt es schätzungsweise nur rund 3.000 Brutpaare, wobei Mallorca zu den wichtigsten Brutgebieten dieser Art zählt.
An den Steilküsten brüten außerdem Krähenscharben, Audouinmöwen und Wanderfalken. In den Pinien- und Steineichenwäldern leben unter anderem die Balearengrasmücke, eine ausschließlich auf den Balearen vorkommende Vogelart, das Sommergoldhähnchen sowie der Fichtenkreuzschnabel. Im Frühjahr lassen sich an der Spitze der Halbinsel während des Vogelzugs häufig mehrere Greifvogelarten an einem einzigen Tag beobachten.
Säugetiere
Die Mallorquinische Wildziege ist häufig bis an die Küste anzutreffen. Auf Wanderwegen und an den Klippen begegnet man ihr regelmäßig.
Flora
Der größte Teil der Halbinsel ist von Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis) bedeckt. In den stärker dem Wind ausgesetzten Bereichen wachsen außerdem Steineichen, wilde Olivenbäume, mediterrane Garrigue und Schilf. Das Formentor-Veilchen (Viola jaubertiana) kommt ausschließlich an diesen Steilküsten vor und blüht im Frühjahr in Felsspalten und an steilen Felswänden.
Meeresfauna
Die Buchten an der Südseite der Halbinsel, insbesondere Cala Murta und Cala Figuera, beherbergen hervorragend erhaltene Seegraswiesen aus Posidonia oceanica auf sandigen und felsigen Meeresböden. An windstillen Tagen beträgt die Sicht unter Wasser häufig 15 bis 20 Meter.
In Cala Murta lassen sich Seeanemonen, Seesterne und zahlreiche Fischarten zwischen den Felsen und den Seegraswiesen beobachten. In Cala Figuera beginnen die Posidonia-Wiesen in einer Tiefe von etwa 3 bis 5 Metern. Posidonia steht unter gesetzlichem Schutz und gilt als wichtiger Indikator für eine hervorragende Wasserqualität.
Zufahrtsbeschränkungen 2026
Vom 15. Mai bis 15. Oktober ist die Zufahrt für Privatfahrzeuge auf der Ma-2210 zwischen 10:00 und 22:00 Uhr eingeschränkt.
Abschnitt 1 – Port de Pollença bis Strand von Formentor
Die Zufahrt ist möglich, bis der Parkplatz mit 300 Stellplätzen vollständig belegt ist.
Abschnitt 2 – Strand von Formentor bis Leuchtturm von Formentor
Dieser Straßenabschnitt ist während der Einschränkungen vollständig für Privatfahrzeuge gesperrt.
Shuttlebus Linie 334
Die Linie 334 verbindet Alcúdia mit Port de Pollença und hält am Mirador des Colomer, am Strand von Formentor, in Cala Figuera, Cala Murta sowie am Leuchtturm von Formentor.
Während der Zufahrtsbeschränkungen fährt der Bus etwa alle 35 Minuten. Die Fahrzeit von Port de Pollença bis zum Leuchtturm beträgt ungefähr 50 Minuten. Aktuelle Fahrpläne und Fahrpreise finden Sie auf tib.org.
Bei unerlaubter Zufahrt drohen Bußgelder zwischen 100 und 200 Euro.
Außerhalb der Saison ist die Straße frei befahrbar. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch am frühen Morgen oder zum Sonnenuntergang. Der Leuchtturm von Formentor bietet bei klarer Sicht kurz nach Sonnenaufgang eines der schönsten Panoramen im Norden Mallorcas.
Sehenswürdigkeiten
Mirador des Colomer – Der erste Aussichtspunkt am Eingang der Halbinsel mit einem spektakulären Blick über die Bucht von Pollença. Direkt über die Straße erreichbar.
Talaia d’Albercutx – Ehemaliger Wachturm aus dem 16. Jahrhundert auf 380 Metern Höhe. Über einen Wanderweg von der Straße aus erreichbar.
Strand von Formentor (Cala Pi de la Posada) – Feiner Sand, türkisfarbenes Wasser und schattenspendende Pinien. Liegen, Restaurant, Duschen und gebührenpflichtiger Parkplatz vorhanden.
Cala Murta, Cala Figuera und Cala en Gossalba – Unberührte Kiesbuchten, die in etwa 20 bis 30 Minuten zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar sind. Keine touristische Infrastruktur.
Leuchtturm von Formentor – Am äußersten Ende der Halbinsel gelegen. Der 22 Meter hohe Leuchtturm ist bis heute in Betrieb, kann jedoch nicht besichtigt werden.
Die Halbinsel vom Meer aus
Vom Boot aus zeigt sich die Halbinsel Formentor aus einer völlig neuen Perspektive. Die bis zu 300 Meter hohen Steilküsten der Nordseite beeindrucken in ihrer ganzen Höhe, der Leuchtturm von Formentor erhebt sich am Ende des Kaps und die unberührten Buchten kommen näher, je weiter sich das Boot ihnen nähert.
Cala Murta und Cala en Gossalba sind ausschließlich zu Fuß oder vom Meer aus erreichbar. Vom Boot aus öffnen sich die geschützten Buchten nach und nach, während das Wasser mit abnehmender Tiefe von einem tiefen Blau in leuchtendes Türkis übergeht.
Unserer Erfahrung nach bietet der Küstenabschnitt zwischen Cap de Formentor und Cala Murta die eindrucksvollsten Ausblicke auf die Nordküste. Hier ziehen sich die bis zu 300 Meter hohen Steilküsten ohne Unterbrechung entlang der Küste – ihre tatsächliche Größe wird erst vom Meer aus wirklich deutlich.
Beste Reisezeit
Mit dem Boot: von April bis Oktober. Besonders Mai, Juni, September und Oktober bieten weniger Bootsverkehr und angenehmere Lichtverhältnisse als die Hochsaison im Sommer.
Mit dem Auto: Am ruhigsten ist ein Besuch außerhalb der Saison oder bei einer Anreise vor 10 Uhr im Sommer. Besonders der Leuchtturm von Formentor am frühen Morgen ist bei klarer Sicht den frühen Start wert.
Zum Wandern: Frühling und Herbst sind die beste Wahl. Der Wanderweg vom Strand von Formentor nach Cala Murta führt durch Pinien- und Steineichenwälder und bietet zahlreiche schattige Abschnitte. Auch im Sommer ist die Wanderung möglich, allerdings sollte man früh starten und ausreichend Wasser mitnehmen.
Die Halbinsel lässt sich außerdem mit dem Fahrrad über die Ma-2210 von Port de Pollença aus erreichen. Die Straße bleibt auch während der Zufahrtsbeschränkungen für Radfahrer geöffnet. Bis zum Strand von Formentor benötigt man etwa eine Stunde.
Karten und Informationen zu Bergwanderungen, beispielsweise auf den Puig Fumat oder Na Blanca, erhalten Sie in der Touristeninformation von Port de Pollença.
Praktische Tipps
Häufig gestellte Fragen
Kann man die Halbinsel Formentor über die Straße erreichen oder nur vom Meer aus?
Was sieht man vom Boot aus?
Erkundet man die Halbinsel besser zu Fuß oder bei einer Bootstour?
Gibt es 2026 Zufahrtsbeschränkungen?
Kann man auf der Halbinsel Formentor wandern?
Mit welcher Ihrer Bootstouren hat man die schönsten Ausblicke auf die Halbinsel?
Gibt es Parkmöglichkeiten?

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