Blick von den Höhen im Inneren von Cap Pinar mit dem Pinienwald auf der Hochebene und den ins Meer abfallenden Klippen, mit dem Leuchtturm im Hintergrund, Mallorca

Cap Pinar auf Mallorca: Militärgebiet, Leuchtturm und Blick vom Boot

Cap Pinar ist die große bewaldete Halbinsel, die die Bucht von Alcúdia von der Bucht von Pollença trennt. Als für die Öffentlichkeit gesperrtes Militärgebiet ist sie nur vom Meer aus zu sehen. Unsere Bootstour nach Formentor fährt entlang ihrer gesamten Ostküste.

Wenn man von Alcúdia Richtung Formentor fährt, gibt es einen Moment, in dem sich die Landschaft vollständig verändert. Der Pinienwald von Cap Pinar reicht bis an den Rand der Klippen, und über mehrere Kilometer hinweg taucht kein einziges Gebäude auf. Das ist im Norden Mallorcas ein ungewöhnliches Bild und hat eine Erklärung: Dieses gesamte Gebiet steht seit Jahrzehnten unter militärischer Nutzung.

Das Verteidigungsministerium verwaltet Cap Pinar, der Zugang über Land ist eingeschränkt und über das Meer im betonnten Küstenstreifen verboten. Um diesen Küstenabschnitt aus der Nähe kennenzulernen, muss man eine Bootstour unternehmen, die durch das Gebiet führt, oder an einer der gelegentlichen Führungen teilnehmen, die das Ajuntament d'Alcúdia in Abstimmung mit dem Verteidigungsministerium organisiert.

Gerade dieser fehlende Zugang hat dafür gesorgt, dass Cap Pinar ein Erscheinungsbild bewahrt hat, das man heute an anderen Stellen der Nordküste Mallorcas kaum noch findet.

Wo es liegt

Cap Pinar ist das nördliche Ende der Halbinsel La Victòria, in der Gemeinde Alcúdia.

Koordinaten: 39°53'10" N, 3°09'20" E

Port d'Alcúdia~8 km auf der Straße bis zur Grenze des Militärgebiets
Port de Pollença~10 km

Steckbrief

Offizieller NameCap Pinar (Punta de Cap Pinar)
GemeindeAlcúdia
ArtKap
Maximale Höhe~320 m (oberer Bereich des Massivs von La Victòria)
Ungefähre Länge~4 km (Ende der Halbinsel La Victòria)
Zugang über LandEingeschränkt. Nur genehmigte militärische Führungen
Zugang über das MeerAnkern und Anlanden verboten (betonntes Gebiet)
UmweltschutzZone von Interesse für die Landesverteidigung (Verfahren 2025 laufend); unbebauter Pinienwald und Garrigue
Empfohlene BesuchsformVom Meer aus (AST-Bootstouren) oder im Rahmen einer genehmigten Führung

Lohnt sich ein Besuch?

Wer einen unzugänglichen und wilden Teil im Norden Mallorcas sehen möchte oder eine Bootstour unternimmt, die hier vorbeiführt, kommt auf seine Kosten. Vom Wasser aus ist Cap Pinar einer der eindrucksvollsten Küstenabschnitte im Norden: Pinienwald, der direkt ins Meer abfällt, kein Gebäude in Sicht und der Leuchtturm, der aus den Klippen hervorlugt.

Wer einen Platz bei einer der militärischen Führungen bekommt, erhält Zugang zum zentralen Strand des Kaps, zur Außenbesichtigung des Leuchtturms und zum Aufstieg zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf beide Buchten.

Weniger geeignet ist Cap Pinar, wenn man frei zugängliche, ausgeschilderte Wanderwege, einen Aussichtspunkt mit Parkplatz oder touristische Infrastruktur sucht. Nichts davon gibt es am Cap Pinar.

Geografie und Charakter des Ortes

Cap Pinar gehört zum Massiv von La Victòria: Pinienwälder, Steineichenwälder und Kalksteinklippen. Die Klippen fallen mit sehr wenig Übergang zwischen Pinienwald und Wasser ins Meer ab. Vom Boot aus sieht man einige kleine Buchten wie Ses Caletes, die auf keiner Touristenkarte auftauchen und nur vom Wasser aus zu sehen sind.

Die Ausrichtung des Kaps setzt es den Ostwinden und dem Wellengang aus östlicher Richtung aus, während es relativ gut vor der Tramuntana schützt. Die Südseite und einige Innenpunkte können durch das Relief von La Victòria relativ gut geschützt sein, doch die Nordküste ist zur Bucht von Pollença hin offen und erhält die Tramuntana direkt. Von den erhöhten Punkten und Aussichtspunkten aus kann man gleichzeitig die Buchten von Alcúdia und Pollença überblicken. An klaren Tagen ist auch die Halbinsel Formentor im Norden/Nordwesten deutlich zu erkennen.

Natur und Tierwelt

Der Pinienwald und die Garrigue von Cap Pinar sind nie bebaut worden. Dadurch sind hier weiterhin Arten anzutreffen, die an der übrigen Nordküste im Rückgang begriffen sind.

Häufig: Eleonorenfalke (brütet in den Klippen), Krähenscharbe, mallorquinische Ziege an den Hängen.

Gelegentlich: Zugvögel und Greifvögel auf dem Herbst- und Winterzug.

Einschränkungen und Genehmigungen

Cap Pinar ist militärisches Gebiet und wird vom Verteidigungsministerium verwaltet. 2025 wurde das Verfahren eingeleitet, es zur Zone von Interesse für die Landesverteidigung zu erklären, was die Beschränkungen verschärfen wird.

Über Land: Zugang ohne Genehmigung vollständig verboten. Es gibt keine öffentlich zugänglichen Straßen.

Über das Meer: Eine Betonnung markiert das militärische Gebiet. Private Boote dürfen im betonnten Küstenstreifen weder ankern noch anlanden. Die Fahrt in respektvollem Abstand ist möglich.

Führungen: Das Ajuntament d'Alcúdia und das Verteidigungsministerium unterhalten seit 2012 eine Vereinbarung, die gelegentliche Besuche mit sehr begrenzter Platzzahl erlaubt. Für Informationen und Anfragen wendet man sich an das Ajuntament d'Alcúdia. Ein öffentliches Online-Reservierungssystem gibt es nicht.

Drohnen: verboten, da es sich um militärisches Gebiet handelt und Verteidigungsanlagen in der Nähe liegen.

Wie man hinkommt und es erkundet

Über Land

Nur über genehmigte Führungen. Der übliche Ablauf umfasst den Transport vom Zugangspunkt, eine geführte Wanderung zum zentralen Strand, die Außenbesichtigung des Leuchtturms und den Aufstieg zum Aussichtspunkt. Personalausweis oder Reisepass sind vorzulegen.

Für Informationen zu den nächsten Besuchen: Ajuntament d'Alcúdia.

Über das Meer

Das Glasbodenboot auf Mallorca und unsere Bootstour nach Formentor fahren in sicherem Abstand an der Küste des Kaps entlang. Während der Fahrt erscheinen zunächst die Klippen und der bis ans Meer reichende Pinienwald, etwas später der Leuchtturm. Auch die Private Bootstour auf Mallorca führt an diesem Küstenabschnitt entlang.

Es gibt weder Halte noch Anlandungen.

Luftaufnahme der von Pinienwald bedeckten Halbinsel Cap Pinar mit türkisfarbenen Buchten an den Seiten und dem Leuchtturm an der Spitze, Mallorca

Eindruck vom Meer aus

Sobald man die Bucht von Alcúdia hinter sich lässt, füllt Cap Pinar den gesamten Horizont. Je näher das Boot kommt, desto besser erkennt man kleine, zwischen Pinienwald und Klippen versteckte Buchten, während die Küste vollkommen unberührt bleibt.

Kurz darauf taucht der Leuchtturm über dem Fels auf. Vom Wasser aus lässt sich seine Funktion als Orientierungspunkt für die Schifffahrt leicht nachvollziehen. Zugleich bietet sich eine Perspektive, die von Land aus wegen der Zugangsbeschränkungen kaum möglich ist.

Am frühen Morgen betont das Licht die Farbtöne des Pinienwalds und des Gesteins. Auf der Rückfahrt von Formentor liegt das Kap meist im Schatten und zeigt ein ganz anderes Bild derselben Küste.

Was es zu sehen gibt

Vom Meer aus: die Silhouette des Kaps, der Leuchtturm, die kleinen Buchten im Inneren (Ses Caletes), der dichte Pinienwald über den Klippen.

Bei einer Führung: der zentrale Strand von Cap Pinar, der Leuchtturm von außen, der Aussichtspunkt mit Blick auf beide Buchten.

Beste Reisezeit

Für die Bootstour eignet sich jede Jahreszeit mit gutem Wetter. Die Bootstour nach Formentor verkehrt von April bis Oktober.

Für die Führungen an Land: Sie werden üblicherweise im Frühling und Herbst organisiert. Die Plätze sind schnell vergeben; rechtzeitig das Ajuntament d'Alcúdia kontaktieren.

Praktische Tipps

Nicht versuchen, über Land in das Gebiet zu gelangen oder sich ohne Genehmigung vom Meer aus zu nähern. Die Beschränkungen sind real und die Betonnung ist aktiv.

Für die Führungen: Ausweis, bequeme Schuhe, Wasser und Sonnenschutz mitnehmen. Am Kap gibt es keine Einrichtungen.

Um den Leuchtturm vom Boot aus zu fotografieren, gleicht ein Objektiv mit etwas Zoom (70–200 mm) den Sicherheitsabstand aus.

Häufige Fragen

Kann man Cap Pinar über Land betreten?

Nicht frei. Nur über genehmigte Führungen.

Wie bucht man die Führung?

Über das Ajuntament d'Alcúdia. Ein öffentliches Online-System gibt es nicht.

Kann man mit dem Boot hinfahren?

Private Boote dürfen im betonnten Gebiet weder ankern noch anlanden. Unsere Ausflüge fahren in sicherem Abstand vorbei.

Was sieht man vom Boot aus?

Die bewaldete Silhouette des Kaps, den Leuchtturm, die Klippen und die kleinen Buchten im Inneren, die über Land nicht zugänglich sind.

Von welchem unserer Ausflüge aus sieht man es am besten?

Von den beiden, die den Kanal zwischen Cap Pinar und Formentor durchqueren: der Bootstour nach Formentor und dem Glasbodenboot auf Mallorca. Auf diesem Abschnitt sieht man die Klippen des Kaps, den Pinienwald über den Felsen und den Leuchtturm, alles an einem Küstenabschnitt ohne sichtbare Bebauung.

Gibt es Beschränkungen für Drohnen?

Ja. Drohnen sind in diesem Gebiet verboten, da es sich um militärisches Gebiet handelt.

Lohnt es sich vom Boot aus?

Ja. Es ist einer der Küstenabschnitte, die das Erscheinungsbild des Nordens Mallorcas vor der touristischen Entwicklung am besten bewahrt haben. Vom Meer aus sieht man den durchgehenden Pinienwald, die Klippen und das nahezu vollständige Fehlen von Bebauung – eine Perspektive, die auf andere Weise kaum zu bekommen ist.

Inhalte
Der Alcudia Sea Trips Blog
Inspiration, Tipps und besondere Orte, um die Nordküste Mallorcas zu entdecken.